Eine lange Reise

Gehörlose geflüchtete Kinder und Jugendliche geben in intensiv wirkenden Interviews und Trickfilmen ihre Fluchtgeschichte und ihre Eindrücke wieder. Die selbst gestalteten Videos und Animationsfilme tragen dazu bei, den Geschichten von Kindern und Jugendlichen, die sonst nicht gehört werden, zu folgen. Dabei treten gehörlose und hörende Kinder und Jugendliche in einen gemeinsamen Austausch.

Ziele des Projekts:

Ziel des medienpädagogischen Projektes ist es, Vertrauen und Verständnis füreinander aufzubauen, das eigene Selbstwertgefühl sowie den Klassenverband zu stärken. Die Kinder und Jugendlichen erwerben medienpraktische Kompetenzen im Hinblick auf Filmproduktion und Umgang mit Stop Motion Apps. Das Projekt hat dabei auch eine interkulturelle Sensibilisierung zum Ziel, die dazu beiträgt, neue geflüchtete Schüler*innen in einen Klassenverband nichtgeflüchteter Schüler*innen zu integrieren.

Close Up:

  • Eine lange Reise kombiniert Medienpädagogik mit kultureller Bildung und hat einen integrativen und inklusionsorientierten Ansatz.
  • Geflüchtete Kinder und Jugendliche berichten aus ihrem Leben mit Zeichnungen, Spielen, in Form von pantomimischen Darstellungen und Erzählungen wahrer Fluchterlebnisse in Gebärdensprache.
  • Nicht geflüchtete Jugendliche befragen ihre Mitschüler*innen nach ihren Erlebnissen. Hieraus entsteht ein Film bei dem sich die Interviewsituationen und kurzen gespielten, nachempfundenen Szenen abwechseln.
  • Die Kinder realisieren gemeinsam einen Trickfilm, der das Thema Flucht umfassend künstlerisch aus unterschiedlichen Aspekten beleuchtet.
  • Aktiv und kreativ beteiligt waren Kinder und Jugendliche mit und ohne eigene Fluchterfahrung, sowie einige aus zugewanderten- und deutschen Familien oder deren Eltern Spätaussiedler waren.
  • Besonders auch für die in Deutschland geborenen Jugendlichen aus zugewanderten Familien waren die Interviews mit ihren geflüchteten Mitschüler*innen interessant, da sie sie zum Nachdenken über die Geschichte ihrer eigenen Eltern, ihrer eigenen Familie, angeregt wurden.
  • Durch die Projektarbeit wurde sowohl innerhalb vielfältiger Kulturen das Verständnis füreinander als auch das eigene Selbstwertgefühl der Teilnehmenden gestärkt.
  • Die Jugendlichen waren stolz und arbeiteten sehr motiviert mit, da es um ihre eigenen Lebenserfahrungen ging.
  • Die Kinder wiederum hatten großen Spaß am Zeichnen und Kneten und der Entwicklung eigener Geschichten zum Thema, sowie an der technischen medialen Umsetzung des Projektes.
  • Der kommunikative Prozess im gemeinsamen Austausch war in diesem Projekt von großer Bedeutung, da taubstumme Geflüchtete nicht nur Deutsch, sondern auch eine andere Gebärdensprache neu erlernen müssen.
  • Das Projekt wurde 2020 mit dem Dieter Baacke Preis in der Kategorie C ausgezeichnet. www.dieter-baacke-preis.de

Institution: Trialog Jugendhilfe GgmbH

Webseite: https://www.trialog-berlin.de/…

Kooperationen: Ernst-Adolf-Eschke-Schule / Sonderpädagogisches Förderzentrum “Hören”

Ansprechpartnerin: Anne Rinn

Trialog Jugendhilfe GgmbH - Eine lange Reise

Trialog Jugendhilfe GgmbH – Eine lange Reise
Medienpraxis mit Geflüchteten

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