Soziale Medien sind längst zu einem zentralen Raum extremistischer Ansprachen geworden. Islamistische Akteure nutzen Plattformen gezielt, um junge Menschen durch emotional aufgeladene Narrative, religiös kontextualisierte Identitätsangebote und geschickt inszenierte Inhalte zu beeinflussen. Präventionsarbeit steht damit vor der Herausforderung, nicht nur Inhalte zu thematisieren, sondern die dahinterliegenden Wirkmechanismen verständlich zu machen und Jugendliche in ihrer Handlungsfähigkeit zu stärken.
Im vom Jugendministerium NRW geförderten Projekt „Digital dabei! Plus“ hat die LAG Lokale Medienarbeit NRW e. V. ein Set aus fünf aufeinander aufbauenden Methoden herausgebracht. Autor der Methoden ist Mehmet Koç Medienpädagoge und Extremismusexperte.
Im Mittelpunkt steht ein medienpädagogischer Ansatz, der auf Reflexion und Austausch setzt. Die Methoden verbinden fachliche Impulse aus der Extremismusprävention mit praktischen Erfahrungen aus der aktiven Jugendmedienarbeit. Ziel ist es, Jugendliche darin zu unterstützen, ihre Mediennutzung bewusster wahrzunehmen und einzuordnen sowie ein vertieftes Verständnis von Wirkmechanismen, Wahrnehmung und eigener Positionierung im digitalen Raum zu erlangen.
Durch die Auseinandersetzung mit algorithmischen Strukturen von Social-Media-Feeds, der emotionalen Wirkung digitaler Inhalte, mit Narrativen und Kommunikationsmuster sowie KI-generierten Inhalten werden Jugendliche darin unterstützt, ihre Mediennutzung bewusster wahrzunehmen und ein vertieftes Verständnis von Wirkmechanismen, Wahrnehmung und eigener Positionierung im digitalen Raum zu erlangen. Damit leisten die Methoden einen Beitrag zu einer nachhaltigen Präventionsarbeit, die Medienkompetenz, kritisches Denken und demokratische Haltung gleichermaßen fördert.
Die Methoden eignen sich nicht ausschließlich für die Auseinandersetzung mit islamistischer Radikalisierung, sondern grundsätzlich für Gespräche über extremistische Inhalte, Polarisierung und Manipulationsstrategien im Netz. Sie können unabhängig von Vorkenntnissen, Plattformpräferenzen oder der Intensität der Social-Media-Nutzung durchgeführt und flexibel an die jeweilige Gruppe angepasst werden.
- Benötigte Geräte: Smartphones/Tablets der Einrichtung (sowie Einrichtungsaccounts), Whiteboard oder Flipchart, optional: Beamer/Whiteboard
- Zeitaufwand: 60-90 Minuten
- Gruppengröße: 6-20 Teilnehmende
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